Gebrauchtwagen mit Automatikgetriebe? Das solltest Du beachten!

Gebrauchtwagen mit Automatikgetriebe
Zeit für was Neues? Beachte die folgenden Punkte, damit der Neue nicht zum Reinfall wird

Du brauchst ein neues Auto? Der Alte ist hinüber oder hast Du Dich einfach nur satt gesehen an Deinem bisherigen Untersatz? Wie auch immer, wenn ein neuer her muss, dann gibt es natürlich einiges zu beachten. Damit Du nach dem Kauf keine böse Überraschung erlebst, haben wir einen kleinen Ratgeber für Dich zusammengestellt, der Dir dabei helfen soll, einen vernünftigen Gebrauchtwagen mit Automatikgetriebe zu finden und eben nicht die sprichwörtliche Katze im Sack. Es ist nämlich nicht nur mega ärgerlich, sondern unter Umständen auch sehr teuer, wenn Du nach dem Kauf direkt den nächsten Automatikgetriebe-Spezialisten ansteuern musst.

Den passenden Gebrauchtwagen mit Automatikgetriebe finden – Ganz ohne Überraschungen

Gebrauchtwagen Plattformen gibt es ja mittlerweile mehr als genug und Autos wie Sand am Meer. Die Höfe der Händler stehen voll mit Fahrzeugen, die unbedingt an den Mann oder an die Frau gebracht werden sollen und müssen.

Das macht es einem nicht unbedingt leichter, zwischen all den Angeboten das passende zu finden. Die große Auswahl bietet Dir aber auch einen Vorteil. Nämlich den, Deine Suche so weit einzugrenzen, dass Du nur wenige bis keine Kompromisse eingehen brauchst.

Während Du Dich also im World Wide Web durch die vielen Inserate kämpfst, solltest Du bei jedem Angebot neben dem Kilometerstand immer als erstes darauf schauen, wer da sein Auto überhaupt anbietet. Handelt es sich dabei um einen Autohändler oder eine Privatperson?

Beim Kilometerstand ist von Autos abzuraten, die bereits weit über die 200.000KM sind. Diese sind eher was für Leute, die vom Fach sind. Aufgrund der höheren Laufleistung kommt es bei solchen Autos immer mal zu kleineren bis größeren Reparaturen, die ohne Fachkenntnisse schnell zur Kostenfalle werden können.

Privat oder Händler? Was ist die bessere Option in Sachen Autokauf?

Auf diese Frage eine pauschale Antwort zu geben ist leider nicht möglich. Denn beides hat durchaus Vor- und Nachteile. Da wir nicht wissen, was Dir beim Autokauf besonders wichtig ist, hier einige Punkte, die Du bei Deiner Entscheidung  bedenken solltest:

PRO bei Privatkauf:

  • Meist günstiger im Preis als beim Autohändler, da keine Provision zu zahlen ist.
  • Man sieht spätestens bei der Besichtigung, wer das Auto gefahren ist bzw. wo es herkommt.

KONTRA bei Privatkauf:

  • Keine Gewährleistung und auch Rückgabe bei Problemen durchaus schwierig.
  • Es hat einen (guten) Grund, warum das Auto zum Verkauf angeboten wird. Diesen unbedingt erfragen.

 

PRO bei Kauf vom Autohändler:

  • Gewährleistung – Diese ist mittlerweile gesetzlich vorgeschrieben.
  • Bei seriösen Händlern mit Dekra-Zertifikat und neuem TÜV.

KONTRA bei Kauf vom Autohändler:

  • Meist höherer Preis, als bei einer Privatperson.
  • Man erhält keine oder nur kaum Auskunft über die Vorbesitzer.

 

Auf diese Punkte solltest Du bei der Probefahrt unbedingt achten!

Fragen, ob das Auto regelmäßig zur Wartung in der Werkstatt war oder wieviele Vorbesitzer sich im Fahrzeugbrief verewigt haben sind selbstverständlich. Daher möchten wir jetzt nicht genauer darauf eingehen, sondern uns viel mehr damit beschäftigen, worauf Du Deinen Fokus bei der Probefahrt richten solltest.

BEVOR DU MIT DER PROBEFAHRT BEGINNST…

…solltest Du unbedingt darauf achten, dass das Auto nicht groß bewegt wurde, wenn Du mit der Probefahrt loslegen möchtest. Das bedeutet, dass Motor und Getriebe unbedingt „kalt“ sein sollten, um Fehler auszuschließen, die das Getriebe ausschließlich im kalten Zustand macht. Hat der Besitzer vor Deinem Eintreffen mit dem Auto noch schnell ein paar Brötchen geholt, kannst Du jetzt leider nicht mehr prüfen, wie das Getriebe direkt nach dem Starten auf das Einlegen der Fahrstufen reagiert. Auch Schaltvorgänge beim Fahren können so nicht mehr richtig beurteilt werden. Aus diesem Grund macht es Sinn, dem Besitzer beim ausmachen eines Termins direkt darauf hinzuweisen, dass Du das Getriebe gerne im kalten Zustand testen möchtest.

Solange das Auto noch nicht warm gefahren ist, empfiehlt es sich einen Blick in den Motorraum zu werfen. Im Idealfall ist der Bereich um den Motor und das Getriebe staubtrocken wie in der Sahara. Vorsicht bei Undichtigkeiten am Automatikgetriebe. Wenn Du eine Undichtigkeit entdecken solltest, die etwas mehr Aufwand erfordert als nur den Austausch der Ölwannendichtung, sprich den Verkäufer darauf an und verlange ggf. einen Preisnachlass. Bei einer Abdichtung des Automatikgetriebes können nämlich schnell mehrere hundert Euro zusammenkommen.

 

MOTOR- ODER GETRIEBEWARNLAMPE LEUCHTEN IM KOMBI?

Sobald Du das Auto gestartet hast, sollten sämtliche Warnlampen in der Armaturentafel verschwunden sein. Eine leuchtende Motorlampe kann ebenfalls ein Hinweis auf ein Problem mit dem Automatikgetriebe sein. In vielen Fahrzeugen kommt aber auch nur ein dezenter Hinweis wie z.B. Getriebeservice, Getriebestörung, Getriebe Notprogramm, usw. Bei manchen Modellen blinkt auch einfach nur die Anzeige „P-R-N-D“ im Kombi. Dann gibt es Fahrzeuge, wo wiederum nur ein „F“ als Anzeichen für eine Störung im Tacho erscheint.

Taucht eines dieser Signale auf, solltest Du lieber die Finger von dem Auto lassen. Es kann sich zwar nur um eine Kleinigkeit handeln, aber gerade als Laie ist das vor Ort natürlich schwer zu beurteilen. Du erinnerst Dich, wir wollen auf die Katze im Sack verzichten. Und diese schönen Hinweise machen zu Beginn alles andere als einen seriösen Eindruck.

EINLEGEN DER FAHRSTUFEN „P“ UND „D“

Wenn alle Lampen nach dem Start erloschen sind, schalte als nächstes von der Position „P“ auf die Fahrstufe „R“. Dies sollte ohne unangenehmen Ruck oder Schlag ablaufen. Auch sollte es hier zu keiner Verzögerung kommen. Der Gang sollte unmittelbar nach dem Einlegen der Fahrstufe da sein. Dauert es allerdings mehrere Sekunden, bis das Getriebe greift und der Gang verfügbar ist, kann dies auf eine Undichtigkeit im Getriebe hindeuten. Ein Schlagen oder deutlich unangenehmer Ruck nach dem Einlegen sind ebenfalls keine guten Zeichen.

Nach dem Einlegen der Fahrstufe „R“ ist natürlich noch die Fahrstufe „D“ an der Reihe. Denn auch diese lohnt es sich zu checken. Dazu kurz von „R“ zurück auf „P“, einige Sekunden warten und dann direkt auf „D“. Auch hier sollte das Einlegen weich wie Butter vonstatten gehen.

ÖLSTAND ÜBERPRÜFEN

Wenn das Getriebe über einen Ölmesstab verfügt, wäre jetzt der richtige Zeitpunkt, um sich über den Ölstand zu informieren. Diesen prüfst Du am Besten bei laufendem Motor und auf Stufe „P“. Ist der Ölstand in Ordnung, wirf als nächstes einen Blick auf Farbe und Geruch des Öls.

Diese geben Dir Auskunft über den Zustand. Ein pechschwarzes Getriebeöl deutet auf eine unregelmäßige Wartung hin. Riecht das Öl zudem auch noch stark verbrannt, kannst Du sicher sein, dass das Getriebe bereits einen Defekt hat. Du brauchst in der Regel kein Experte zu sein, um verbranntes Getriebeöl zu erschnüffeln.

Wenn das Auto Deinen Tests bis hierhin stand gehalten hat, solltest Du jetzt aber definitiv die Finger von der Kiste lassen und dich lieber nach etwas anderem umschauen.

WIE SCHALTET DAS AUTOMATIKGETRIEBE WÄHREND DER FAHRT?

Warum Du die Probefahrt unbedingt im kalten Zustand beginnen solltest haben wir ja weiter oben bereits festgestellt. Auf der Probefahrt kommt es darauf an zu beurteilen, wie das Getriebe die einzelnen Gänge schaltet. Hierfür ist es wichtig, dass es unabhängig von der Betriebstemperatur des Autos zu einwandfreien Schaltvorgängen kommt.

Das Getriebe sollte die Gänge in jedem Drehzahlbereich weich und ohne starkes Rucken oder gar Schlagen wechseln. Sowohl beim Hoch- als auch beim Runterschalten der Gänge.

Sollte dies nicht der Fall sein, schaue Dich lieber nach einem anderen Auto um. Du weißt, Gebrauchtwagen mit Automatikgetriebe gibt es im Netz zur Genüge.

WÄHREND DER FAHRT AUF DREHZAHLSCHWANKUNGEN ACHTEN!

Während der Fahrt solltest Du unbedingt auf Drehzahlschwankungen achten. Der Hintergrund ist der, dass diese Dir Hinweise geben können auf Probleme mit dem Drehmomentwandler. Dieser enthält nämlich eine sogenannte Wandlerüberbrückungskupplung (wie diese genau funktioniert erfährst du hier), die einem gewissen Verschleiß unterliegt und mit fortgeschrittener Laufleistung eben diese Drehzahlschwankungen verursachen kann.

Um dies richtig zu testen empfiehlt es sich eine gewisse Geschwindigkeit zu halten. 60-80 km/h sollten es schon sein, die über eine Strecke von einigen hundert Metern gehalten werden kann, damit Du sicher sein kannst, dass die Wandlerüberbrückungskupplung geschlossen ist.

Wenn die Drehzahl konstant bleibt und die Nadel vom Drehzahlgeber sich nicht nervös hin- und her bewegt ist das bis jetzt ein gutes Zeichen. Als nächstes solltest Du das Auto dezent beschleunigen und darauf achten, dass es zu keinem Ruckeln kommt.

Sind diese beiden Punkte in Ordnung, können wir zum nächsten Schritt übergehen. Wenn es aber zu Auffälligkeiten gekommen ist, solltest du das Bild von der Katze und dem Sack im Hinterkopf haben und dich daran erinnern, dass es im Netz noch weitere Schätze gibt.

KICKDOWN-FUNKTION TESTEN!

Die Kickdown-Funktion solltest Du auch nicht außer Acht lassen und wenigstens einmal ausprobiert haben. Dazu trittst Du das Gaspedal bis zum Anschlag durch. Ein dezentes „klicken“, welches Du im Fuss spüren wirst lässt Dich wissen, dass Du den Endanschlag des Gaspedals erreicht hast.

Das Getriebe müsste jetzt die Kickdown-Funktion aktivieren und je nach Drehzahl um mindestens einen Gang zurückschalten. Auch dies sollte ohne irgendwelche Schaltstöße sauber ablaufen.

AUF GERÄUSCHE ACHTEN!

Ganz allgemein solltest Du während der Fahrt auch immer auf Geräusche achten. Als Laie kann es durchaus schwierig sein, diese richtig zu beurteilen und zuzuordnen. Wenn Dir etwas komisch vorkommt, höre auf Dein Bauchgefühl.

Vielleicht kennst Du jemanden der Kfz-Techniker ist? Super! Bitte ihn oder sie Dich zu begleiten. Wenn Du aber niemanden hast, der sich mit Autos so richtig gut auskennt, dann hilft Dir sicher der nächste Tip.

LASS´ DICH VON EINEM PROFI UNTERSTÜTZEN!

Vielleicht gibt es in der Nähe des Verkäufers einen Automatikgetriebe Spezialisten. Dort könntest Du vorab anfragen, ob es vielleicht möglich wäre einen Termin mit einem Getriebe-Techniker zu einer gemeinsamen Probefahrt zu bekommen.

Viele Werkstätten schauen sich Dein Objekt der Begierde gegen eine Gebühr ganz sicher mit Dir zusammen an. So bist Du in Sachen Automatikgetriebe schon mal auf der sicheren Seite und die Katze im Sack bleibt Dir erspart!

Fazit

Jetzt weißt Du Bescheid, worauf Du achten musst. Einen guten Gebrauchtwagen mit Automatikgetriebe zu finden sollte jetzt kein Problem mehr für Dich sein. Plane Dir genügend Zeit ein, um den Neuen ausreichend auf Herz und Nieren zu überprüfen.

Lasse Dich vom Verkäufer auf keinen Fall unter Druck setzen und stelle ihm Fragen, wenn Du Dir unsicher bist.

Einen Fachmann dabei zu haben ist von sehr großem Vorteil. Wenn Du niemanden kennst, bitte ortsansässige Spezialisten Dich bei Deinem Kauf beratend zu unterstützen.

Dann bleibt uns nur noch zu sagen: Viel Erfolg beim Autokauf!

 

 

 

 

 

 

 

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